From Science to Art - Comenius

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Home Projects Johann H. Merck

literarischer spaziergang herrengarten

Hello!

A short literarary walk around the "Herrengarten",

a park in the heart of Darmstadt.

In this short article we want to give you an overview about our walk in the "Herrengarten", in which we got our first impression of the time of Empfindsamkeit (a literary period relevant to Goethe and Merck). First of all we had to walk through the park where we identified ourselves with Goethe and Merck. Following we made some freeze images which showed some aspects of Merck's life. This should serve as a basis for comparing their friendship, which is contractictory. We had a lot of fun, just have a look at our "great" Coolpictures.

Last but not least, we wrote some scripts to train creative writing for our theatre play. You can see it in English on our frontpage.

Ein literarischer Spaziergang durch den Herrengarten in Darmstadt am 27.10.2009

Hinweis:

Zur Vorbereitung auf das Schreiben eines Theaterstücks zum Lebens Johann Heinrich Mercks dienten drei Übungen zum Kreativen Schreiben. Ziel war es hierbei, sich in die Zeit und die Umgebung Johann Heinrich Mercks sowie in seinen Dialog mit Goethe hineinzuversetzen. Daher trafen wir uns morgens um acht Uhr im Herrengarten, der durch seine Denkmäler zu Ehren Mercks und Goethes eine Annäherung zum Thema ermöglichten. Sie sehen hier die Arbeitsaufträge und ausgewählte Ergebnisse.

herrengarten_literarischer_spaziergang_gruppenfoto_1_versuch

Die Klasse 12d vor dem Goethedenkmal

 

Aufgabe 1 (Partnerarbeit, 15 Minuten)

Sie stehen vor dem Goethedenkmal, welches 1903 von Ludwig Habich geschaffen wurde. Die nackte Jünglingsfigur dient als Darstellung des Dichtergenius. Hören Sie zunächst einen Auszug aus dem Werther:

Am 10. Mai. Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine. Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, dass meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken. Wenn das liebe Tal um mich dampft und die hohe Sonne an der Oberfläche der undurchdringlichen Finsternis meines Waldes ruht und nur einzelne Strahlen sich in das innere Heiligtum stehlen, ich dann im hohen Grase am fallenden Bache liege und näher an der Erde tausend mannigfaltige Gräschen mir merkwürdig werden; wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen, unergründlichen Gestalten der Würmchen, der Mückchen näher an meinem Herzen fühle, und fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des All-Liebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält; mein Freund! wenn´s dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn wie die Gestalt einer Geliebten – dann sehne ich mich oft und denke: ach könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papiere das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt; dass es würde der Spiegel deiner Seele, wie deine Seele ist der Spiegel des unendlichen Gottes! – Mein Freund – Aber ich gehe darüber zugrunde,  ich erliege unter der Gewalt der Herrlichkeit dieser Erscheinungen.

http://johannesklinkmueller.wordpress.com/2008/08/31/aus-einem-%C2%B4werther-brief%C2%B4-so-weiblich-kann-nur-ein-mann-schreiben/

Goethe wanderte in seinen jungen Jahren oft nach Darmstadt, um hier Freunde zu treffen. Der Herrengarten ist der älteste Park Darmstadts und datiert bereits  aus der Zeit des 16.Jhds; die alten Bäume standen wohl auch schon zu Goethes Zeiten an ihrem Platz. Formulieren Sie ein Gespräch, dass Goethe und Merck bei einem Rundgang zu dieser frühen Morgenstunde gehabt haben könnte. Bedenken Sie die Maximen der Zeit der Empfindsamkeit und suchen Sie sich ein Stück Natur, welches die beiden gefesselt haben könnte.

Beitrag von Tobias Monzert und Keijo Buss:

vortrag_gesprch_merck_goethe

Merck: Siehst Du das viele Grün?

Goethe: Welches Grün? Meinst Du dieses, welches sich unter der dunklen Schicht des Herbstes versteckt? Die dunkle Schicht, welche den Bäumen die Kälte entreißt?

Merck: Ich meine das Grün, welches alles Jahr für Jahr wie durch einen Pinsel anders färbt. Es ist als wäre der Winter ein König, der herannaht und dessen Volk alles daran setzt, ihm einen wunderschönen Empfang zu bereiten.

Goethe: Sprichst Du von dem König, der seine Macht ausspielt und sich selbst schmückt, aber den Tod unter seinem Volk verteilt? Doch ohne Untertanen ist der König nichts und bald wird die Zeit kommen, in der er sich in sein weißes Leichengewand hüllen wird...

Aufgabe 2) Ein Denkmal für Merck (GA, 20 Minuten)

Ähnlich wie für Goethe wurde auch für Merck ein Denkmal errichtet. Entwickeln Sie in 5er- Gruppen ein Standbild, welches dieses Denkmal darstellt. Jeder kann eine Rolle (z.B. Umgebung, Wetter etc.), aber auch eine Person darstellen.

herrengarten_standbild_1

herrengarten_standbild_2

Aufgabe 3) Konfrontation mit dem tatsächlichem Denkmal (EA, 10 Minuten)

Stellen Sie sich vor, Sie wären Merck und für einen Morgen wieder auferstanden: Sie gehen durch ihren Park in einer fremden Zeit und sehen dieses Werk. Was sagt es über ihr Leben aus? Schreiben Sie einen inneren Monolog, denken Sie an Stationen seines Lebens aus dem Referat. Nutzen Sie die letzten Minuten im Park, beenden Sie Ihre Arbeit in Heimarbeit.

Beitrag von Christopher Sauer:

„Hier wandele und streife ich nun, viele Jahre nach meinem Tode, welch eine merkwürdige Gegebenheit, selbst in dieses absurden Situation einen klaren Kopf haben zu können. Was ist passiert? Die alten Bäumen scheinen noch die gleichen zu sein, die damals gepflanzt wurden, alt sehen sie aus, voller Reife und Weisheit möchte man meinen. Mal sehen, ich werde nun meinen alten gewöhnten Pfad, den ich mit meinem bekannten Freund Goethe gegangen bin...ob er wie ich auch aus dem Jenseits gekommen ist um das Diesseits zu beschauen, wer weiß, ich lasse mich überraschen. Ah, dieses kleine Monument hier scheint mir doch unsere Ideale in reinster Form wiederzugeben. Ob das ein Zufall ist, ich werde mal weitergehen und ein wenig die verborgene Vertrautheit genießen...Siehe da, ein Obelisk, doch so mickrig – mein Name steht darauf...eingemeißelt in des Sandsteins wohl perfektionierte Form, was das wohl sagen mag? Anscheinend hat man mir doch etwas schenken wollen, etwas, zu dem sie zu meinen Lebzeiten nicht in der Lage waren. Gestorben bin ich, ohne Halt, ohne Fixpunkt in meinem Freundeskreis, und nun stellen Sie mir, abfällig gesagt, diesen Stein an einem meiner Lieblingsplätze auf. Die Abstraktion der Welt ist mir zuwider, wie auch immer, ich werde weitergehen."

Beitrag von Sebastian Stahlhofen:

"Oh, was ist das? Ein Obelisk? Johann Merck...? Welch Denkmal für mich, wenn ich darüber nachdenke, ist es freilich passend. Keine geniale Größe wie der gute Goethe, dennoch aufstrebend, ein guter Vergleich. Sein Leben lang standfest und engagiert, dennoch kann er nicht erreichen, wonach er strebt. Mit Ecken und Kanten zwar, dennoch mit Farbe, die sich mit der Zeit und der lieblichen Umwelt verändert. Verankert in seiner Welt, aber wie alle machtlos den heimlichen, magischen und göttlichen Kräften gegenüber."

Beitrag von Aqil Mustamand:

"Die Leute haben sich so verändert, die entspannten Personen, welche die Natur genießen, sind nicht mehr zu finden...Die Leute laufen, ohne einen Blick auf meinen Obelisk zu werfen, vielleicht wissen sie nicht, wer ich war. Und wer denkt an meine Familie. Das Denkmal sieht so verlassen und einfach aus, es soll mein Leben widerspiegeln."

Last Updated on Friday, 28 May 2010 20:51